Dieser Feuerlöscher weist einige Gemeinsamkeiten mit Kohlendioxidlöschern aus dem Westen auf. Die Füllmenge von 1,5 kg gab es in den 1980er Jahren in Westdeutschland zwar nicht mehr, aber diese Größe war bei den kleinen Kohlendioxidlöschern bis 1978 üblich. Ebenso der abgerundete Flaschenboden war bis 1978 in Westdeutschland die Regel, danach eher eine Ausnahme. Die schwere Druckhebelarmatur war in dieser Form in Westdeutschland zwar auch üblich, jedoch war sie den großen 6 kg-Kohlendioxidlöschern vorbehalten. Die identische Ausführung zeigt jedoch wieder deutliche Parallelen zwischen Ost und West. Auch die Wurfweite von 1 m und die Funktionsdauer von 8 Sekunden sind in etwa identisch mit den westlichen Kohlendioxidlöschern. Schneebrausen bzw. Löschdüsen aus Gusseisen gab es in Westdeutschland hingegen zu keiner Zeit. Bis etwa 1964 gab es bei den 1,5 kg-Geräten kleine, schwenkbare Schneerohre aus Bakelit, Kunstoff oder imprägnierter Pappe. Diese Schneerohre wurden ab ca. 1965/66 durch kleine Schneebrausen aus Metall ersetzt. Doch es ist zu bezweifeln, ob es sich um eine Schneebrause nach westdeutschen Maßstäben handelt. Dieser Löscher soll sowohl für die Brandklasse B, als auch für die Brandklasse C geeignet sein. Ob das Kohlendioxid tatsächlich mit höherem Druck und geringerer Schneeausbeute ausströmt, um auch Brände von unter Druck austretendem Gas bekämpfen zu können, oder ob in der DDR nicht so genau differenziert wurde, vermag ich jetzt nicht zu sagen. Aufschluss darüber würde ein Blick in die Düse geben. In der schematischen Darstellung weist zumindest nichts darauf hin, was den Löschmittelstrahl “abbremst” um eine weiche Ausbringung und eine hohe Schneeausbete zu ermöglichen. Daher ist davon auszugehen, dass das Kohlendioxid mit hohem Druck ausströmen kann und somit tatsächlich in der Lage ist, Brände von Gasen abzulöschen. Sehr interessant ist auch der mehrsprachige Aufdruck in Deutsch, Englisch und Russisch. Vor allem das Englisch ist interessant. Dass DDR-Löscher nach Russland exportiert wurden, könnte ich mir durchaus vorstellen, aber das DDR-Produkte, egal welcher Art, in den Westen exportiert wurden war eher eine Seltenheit. Meistens war es doch so, dass (mit Verlaub) den „veralteten Schrott“ aus der DDR im Westen niemand haben wollte. Mir ist zumindest nichts darüber bekannt, dass im englischsprachigen Ausland sowie in Westdeutschland DDR-Löscher zum Einsatz gekommen wären. Typische Einsatzgebiete dieses kleinen und handlichen Löschers dürften Laboratorien, EDV-Räume, Werkstätten, Küchen, Fahrzeuge und Industriebetriebe gewesen sein. Ein sehr interessantes und rares Sammlerstück in gutem Zustand. Noch seltener als der Löscher an sich ist die intakte Halterung, bei der sonst, wenn sie nicht ganz fehlt, der Lederriemen gerissen ist. Ein wunderschönes Stück Ostalgie, welches heute nur noch schwer zu bekommen ist.
Dieser Beitrag wurde geschrieben von am Donnerstag, 23. Juni 2011 um 16:58 und eingeordnet unter Brandschutz, Feuerlöscher, Museum. Du kannst den Antworten zu diesem Eintrag mit Hilfe des RSS-2.0-Feeds folgen.
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2 Antworten zu APOLDA CO2 1,5H-1 Bj. ca. 1980-1989
Glückwunsch zu dem Löscher und der so intakten Halterung.
Ich habe noch so einen bei mir stehen , müsste etwas neuer sein. Hab den vor Jahren mal für 3€ auf dem Flohmarkt erworben , nur leider ohne Halterung.
Glückwunsch zu dem Löscher und der so intakten Halterung.
Ich habe noch so einen bei mir stehen , müsste etwas neuer sein. Hab den vor Jahren mal für 3€ auf dem Flohmarkt erworben , nur leider ohne Halterung.
Vielen dank für das Kommentar solltest du jetzt noch eine Halterung brauchen schreib mir einfach nochmal gruß Andreas